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Die Schulstruktur im Landkreis wird sich ändern – mit oder ohne IGS

Machen wir uns doch nichts vor, die Schulstruktur im Landkreis Nienburg ist in Bewegung. Grundschulen kämpfen ums Überleben, weil die Anmeldezahlen sinken, die Hauptschulen sind in ihrer Existenz bedroht. Von der Landesregierung gibt es kein Konzept, wie mit der Situation umgegangen werden kann. Das ist die Lage – nicht nur in diesem Landkreis.


 

Die Initiative des Kreiselternrates eine Elternbefragung durch eine Unterschriftenaktion einzufordern , bringt endlich neue Bewegung in die politische Diskussion, die zurzeit in den Gremien der kommunalen Ebenen(Kreis, Stadt, Gemeinden) geführt wird. Denn es kommen diejenigen zu Wort, die es angeht, die Eltern, die die schwierige Entscheidung treffen müssen, auf welche Schule sie ihre Kinder schicken wollen.

Mit Verwunderung liest man da den Artikel der WG/CDU in der Harke, der so gar nicht die aktuelle Situation widerspiegelt und Argumente gegen eine IGS-Gründung in Nienburg anführt,  die sich allerdings widerlegen lassen.

  1. Das breit gefächerte Angebot für die Oberstufe der beiden Gymnasien lässt sich problemlos aufrechterhalten, vielleicht sogar erweitern, wenn es eine Kooperation der Gymnasien mit der IGS gibt.
  2. Der Bestand der beiden Gymnasien in Nienburg ist bis auf Jahrzehnte hin gesichert, auch dann, wenn es eine IGS gibt. Denn beide Gymnasien (ASS und MDG) haben die „alten“ Gebäude der früheren Orientierungsstufen als Außenstellen belegt. Sie würden auf Jahrzehnte gerechnete wieder in ihre früheren Gebäude „zurückschrumpfen“, was       doch völlig in Ordnung ist und bis zur Auflösung der Orientierungsstufen eine gute        Größe für beide Gymnasien war und den Bestand beider Gymnasien nie gefährdet hat.
  1. Die Qualität der Gymnasien ist nicht größer als die der IGS, beide Schulformen führen zum Abitur, einem Zentralabitur, das die gleichen Anforderungen und Aufgabenstellungen für alle Fächer enthält und zur Hochschulreife führt.

Es ist eine Tatsache, dass Gesamtschulen eine Schulform sind, die sich viele Eltern wünschen für ihre Kinder.
Es ist eine Tatsache, dass es mit und ohne IGS zu Veränderungen in der Schullandschaft im Kreis kommen wird.
Es ist eine Tatsache, dass Gesamtschulen die gleiche (oder bessere) Qualität an Unterricht und Schulabschlüssen bieten als Gymnasien.

Und es ist ein Standortnachteil, dass der Kreis Nienburg als einer von wenigen in Niedersachsen diese Schulform den Eltern und ihren Kindern bisher nicht anbietet.
 Es wäre gut, wenn die gleiche Mühe von Berechnungen und Datenauswertungen sich der Aufgabe widmen würde, wie ein zukunftsfähiges Konzept geschaffen werden kann, das eine Vielfalt an Möglichkeiten bietet für eine Schulstruktur und ein Schulangebot im Kreis Nienburg. Dazu gehört das Angebot von Gesamtschulen.

Beate Kasper (GEW-Vorsitzende des Kreisverband Nienburg)