Publikation und Presse

Ermutigende Anstiftung für den pädagogischen Alltag

Artikel zu der vor kurzem stattgefundenen Fortbildung
Unterstützende Gemeinschaft statt ausgrenzender Konkurrenz

Ein wahres Feuerwerk voller pädagogischer, sowie alltagstauglicher Impulse erlebten die 40 TeilnehmerInnen des von der GEW Nienburg initiierten Fortbildungsangebotes „Ermutigende Anstiftung“ mit der hochkarätigen Bildungsexpertin Margret Rasfeld aus Berlin. Sie war bis zu ihrer Pensionierung Schulleiterin der evangelischen Gemeinschaftsschule Berlin Mitte und hat aktuell gemeinsam mit Gerald Hüter und Stefan Breitenbach die Initiative „Schule im Aufbruch“ gegründet.

Einem interaktiven Auftakt zu Beginn der Veranstaltung folgte ein fachbezogener Vortrag, welcher Bausteine hinsichtlich einer völlig neuen, anderen Bildungsplattform präsentierte uns – so Rasfeld – absolut der gesetzlichen Grundlage des Landes Niedersachsen entspräche. Rasfeld begeisterte insbesondere durch Aussagen wie „ …statt Pauken im Gleichschritt lernen die SchülerInnen im eigenen Takt…“, „…statt ausgrenzender Konkurrenz erleben sie unterstützende Gemeinschaft…“. Das sind beste Voraussetzungen, um den bildungspolitischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gerecht werden zu können.

Besonders das Fach Schulfach VERANTWORTUNG, welches bereits in manchen Schulen angeboten wird, hält sie mittelfristig für unentbehrlich. In den 9. Klassen erhalten die Jugendlichen zum Beispiel die Möglichkeit, außerschulisch in einem von Erwachsenen begleiteten Projekt Erfahrungen im Bereich des eigenverantwortlichen Handelns zu sammeln.

Rasfeld stellt die Schule des 20. Jahrhunderts der des 21. Jahrhunderts gegenüber und formuliert in Zukunft aufzulösende Widersprüche und Gegensätze wie: Arbeitsblätterkultur versus kreative Kraft der Lernenden, herkömmliches Lernen versus sinnstiftenden Handeln, Heterogenität versus Leben in der Gemeinschaft, Angst versus Vertrauen und Mut, Burn-out versus Burn-for. Die von Rasfeld gegründete Initiative „Schule im Aufbruch“ wird von der Idee getragen, dass sich jeder Mensch seiner Gestaltungsmacht bewusst werden und sie leben kann. „Gelebte Potentialentfaltung eröffnet Möglichkeitsräume“, so ihr Resümee. Besonders sieht sie gerade das Land Niedersachsen im Aufbruch. Die Global Goals (UN Nachhaltigkeitsziele), die besonders in der Bildung nachhaltiger Entwicklung (BNE) ihre Verwirklichung finden und bereits an einer OBS im Landkreis erfolgreich durchgeführt werden, sind ein zentraler Ansatz in der Schulen im Aufbruch. „Der erste Schritt zur Veränderung in den im steigenden Maße inklusiv arbeitenden Schulen beginnt mit diesem Perspektivwechsel“, so Rasfeld. Solange wir an der Überzeugung festhalten, dass ein anderer für einen Wandel verantwortlich ist, können wir nicht wirklich mitgestalten. Die Inhalte des Vortrages wurden von den 40 TeilnehmerInnen in einem World-Café erörtert und auf der Grundlage von Fragen für das eigene System weiterentwickelt und vertieft. Aufgelockert wurde die Fortbildung immer wieder durch interaktive Sequenzen. Hochmotiviert, aber auch gleichzeitig nachdenklich verließen die TeilnehmerInnen das Seminar. Viele mit dem guten Gefühl, neue Ideen für den zeitweise sehr anstrengenden Schulalltag mitnehmen zu können.